Eine Prämisse für qualitativ gute Kita-Arbeit

Kompetente und qualifizierte Kita-Fachkräfte - eine Prämisse für qualitativ gute Kita-Arbeit

Einfluss der institutionellen Rahmenbedingungen

Beeinflussen die unzureichenden institutionellen Rahmenbedingungen die Qualität der Kita-Arbeit? Ja, auf jeden Fall, ja.

Bedeutung des pädagogischen Personals

Was aber eine entscheidende Rolle bei der Realisierung guter Kita-Arbeit spielt, ist meines Erachtens v.a. das dort tätige Personal.

Pädagogische Fachkräfte machen Kitas aus!

Ursachen für Missstände im Vorschulbereich

Und hier liegt meiner Meinung nach die Ursache einiger Missstände im deutschen Vorschulbereich:

  • Erschreckend: Der Personalmangel. Bei unterdurchschnittlicher Personalbesetzung ist eigentlich nur eine „Massenhaltung“ bzw. „Massenbeaufsichtigung“ von Kindern möglich.
  • Paradox: In dem anspruchsvollen Elementar-Bildungsbereich, in dem 0-5-jährige „Studierende“ in ihrer Entwicklung (familienergänzend) begleitet und gefördert werden, arbeiten nicht genug fachlich und/oder persönlich qualifiziert ausgebildete Fachkräfte. Unfassbar. Warum wird nicht gering qualifiziertes Personal bei den älteren „Studierenden“ an den Schulen oder an den Universitäten eingesetzt?

Daher mein Standpunkt:

Die ersten Kindheitsjahre sind eine entscheidende Entwicklungsphase. Und in der allerersten außerfamiliären Bildungsstation sollten ausschließlich kompetente, hochqualifizierte Fachkräfte für die Betreuung und Bildung der Kleinkinder engagiert werden. Echte Fachkräfte, die sich bewusst für den frühpädagogischen Bereich entschieden haben; nicht nur weil sie „Kinder so gerne mögen“ oder „gerne mit Kindern spielen“.  

Was zeichnet kompetente Kita-Fachkräfte aus?

In Kitas sollten Fachkräfte eingesetzt werden, die über Feinfühligkeit, emotionale Stabilität, Geduld, Mitgefühl, soziale Kompetenz, eine kundenorientierte Haltung, eine wertschätzend-kultursensible Perspektive, eine kompetenz- und lösungsorientierte Grundhaltung, Kultiviertheit sowie wissenschaftlich fundierte Fachkenntnisse verfügen.  

Der Einfluss inkompetenter Kita-Fachkräfte

Die Zusammenarbeit mit inkompetenten Kita-Fachkräften kann für alle Beteiligten ziemlich zermürbend und toxisch sein. Und das wirkt sich alles andere als positiv auf die Qualität der außerfamiliären Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsarbeit aus.

Was können kompetente Kita-Fachkräfte?

Ich habe immer wieder gestaunt: kompetente Kita-Fachkräfte besitzen die Fähigkeiten, miserable, suboptimale Rahmenbedingungen mit Souveränität und fröhlicher Gelassenheit zu meistern. Sie haben eine andere Haltung und einen anderen Fokus. Sie sind imstande, auch ungünstige räumlich-materielle Umgebungen in wundervolle Orte zu verwandeln, die mit Lebendigkeit, spielerischer Kreativität, Lachen und freudvollen Lernabenteuern erfüllt sind.

„Ich hingegen finde, dass noch bei jedem Kummer etwas Schönes übrig bleibt. Wenn man das betrachtet, entdeckt man immer mehr Freude, und man wird wieder ausgeglichen. Und wer glücklich ist, wird auch andere glücklich machen. Wer Mut und Vertrauen hat, wird im Unglück nicht untergehen!“ (Anne Frank)

Schlussfolgerung: Kompetentes Personal ist unverzichtbar

Daher bin ich mittlerweile überzeugt, dass bei den hierzulande gesetzlich vorgegebenen verbesserungsbedürftigen Kita-Rahmenbedingungen durchaus eine zufriedenstellende Qualität der pädagogischen Arbeit realisiert werden könnte; das aber nur, wenn ausschließlich kompetentes Personal engagiert wird.

Verantwortung und Vielfalt der Aufgaben von Vorschulpädagogen

Denn im Kita-Alltag kommt es auf mehr an als nur eine bloße Aufsichtspflicht zu erfüllen, körperliche Grundbedürfnisse zu stillen und freies Spielen zu ermöglichen. Die Aufgaben der Vorschulpädagogen sind vielfältig und sehr verantwortungsvoll. Die Rollen, in die sie schlüpfen, sind sehr unterschiedlich und erfordern Achtsamkeit, Feingefühl und Spontaneität.

Der Kita-Bereich braucht dringend mehr wirklich kompetentes und umfassend gebildetes Fachpersonal.

Kritisches Hinterfragen: Der Blick in andere Berufsfelder

Das mögen für manche Leser gewagte Behauptungen sein?!

Dazu eine Frage: Gibt es Erwachsene, die sich selbst oder ihr krankes Kind von medizinisch fachfremdem Personal behandeln lassen? Warum zum studierten Arzt gehen? Wir können uns doch auch von fachfremdem Personal medizinisch behandeln lassen, solange man freundlich mit uns spricht? Dann kann uns doch jeder medizinisch behandeln?!

Gibt es Erwachsene, die sich in einem Flugzeug befördern lassen, das von fachfremdem Personal gelotst wird? Wozu benötigt man gut ausgebildete Piloten und gibt ausschließlich ihnen die Verantwortung für das Steuern der Maschine?

Warum ist es in Deutschland „normal“, die Altersgruppe der Vorschulkinder regelmäßig gering qualifiziertem oder fachfremdem Personal anzuvertrauen, das teilweise keine Ahnung von frühkindlichen Entwicklungs- und Bildungsprozessen hat?

Kritische Reflexion und „Bewegung“

Ich weiß, ich „ticke“ anders. Ich frage viel. Aber ohne Denken, Fragen und Überlegen gibt es keine Bewegung. Und wo es keine Bewegung gibt (sei es in persönlicher oder beruflicher Hinsicht) und wo von Generation zu Generation etablierte Denk- und Handlungsweisen unreflektiert übernommen werden, kommt es zum Stillstand.