Die phantastische Welt der Kleinkinder

Kinder basteln mit Lächeln und Freude schöne Weihnachtskarten

In einer Welt, die oft nur auf das Nehmen, das Vergnügen und das „Haben, haben, haben“ fokussiert ist, brachte mich ein Kinder-Dialog – sowie die Geschichte über die Geburt und das Leben Jesu, die ich gerne in der Bibel lese – zurück zur Erkenntnis, dass neben „Haben“, „Bekommen“ und „Empfangen“ das Geben genauso wichtig und glänzend ist.

Ein bezauberndes Gespräch zwischen zwei Vorschulkindern

„Anna, wir können dem Weihnachtsmann ein Bild mit einem Weihnachtsstern schenken, oder?“, fragte der 3,5-jährige Leon.
„Ja. Dann lass uns anfangen. Bringst Du die Farben her? Ich hole uns Papier“, antwortete Anna. Als Leon mit einigen Buntstiften zurückkommt, sagt er: „Ich glaube… von allen Kindern auf der Welt ist bis jetzt keinem eingefallen, ein Geschenk für den Weihnachtsmann zu machen!“
„Du hast eine gute Idee, Leon! Der Weihnachtsmann schenkt uns immer Geschenke… Normale Geschenke und…“
„Ich will keine normalen Geschenke… Ich will einen Schokoladen-Weihnachtsmann von ihm bekommen!“, unterbrach Leon Anna.
„Leon, Du bist sehr undankbar. Der Weihnachtsmann schenkt Dir jedes Jahr tolle Sachen. Du kannst froh darüber sein… Er ist ein ganz netter Mann zu Dir…“, wies ihn Anna zurecht.
Leon hob die Schulter hoch: „Ich weiß es nicht… Ich male jetzt auch ein Bild für den Weihnachtsmann: Haus, Augen, Baby.“
„Leon, vergiss nicht, wir malen einen Weihnachtsstern und keine Menschen für den Weihnachtsmann.“

Ein Herz für andere

Was für ein zauberhafter Augenblick! Wie entzückend ist es, die Welt durch die Augen der Kleinen zu sehen und zu hören, wie sie ihren Gedanken Worte verleihen.

Ein Geschenk für den Weihnachtsmann? Was für eine kreative und liebevolle Geste!
Leons Idee ist nicht nur originell, sie ist herzerwärmend.

Sie zeigt stellvertretend, dass die Kleinkinder unter uns ein großes Herz besitzen und fähig sind, Freude zu säen und kreative Einfälle zu entwickeln.

Sie sind kompetente Wesen, die Mitgefühl, Liebe und Dankbarkeit auf ihre individuelle Weise auszudrücken, wenn wir sie darin bestärken und fördern. Was allerdings Kleinkinder auf ihrer individuellen Entwicklungs- und Bildungsreise brauchen, sind kompetente erwachsene Bezugspersonen, die ihnen mit gutem Beispiel vorangehen.

Leons Einfall zeigt, dass es – an jedem Tag eigentlich – auf die kleinen Gesten und Taten von Menschlichkeit ankommt: an jemanden denken, jemandem einen kleinen Funken Freude schenken, selbst wenn wir die Person auch gar nicht persönlich kennen.

Möge uns die bezaubernde kreative Energie der Kleinkinder anstecken. Mögen wir diese winterlichen Tage mit einem Hauch von Liebe füllen, ein bisschen mehr Freude und Licht in die Welt zaubern; sei es durch kleine Aufmerksamkeiten oder Gesten, herzerwärmende Worte oder Taten.

Frohe Winterzeit!

Photo via: Canva by Africa images