Die Realität kindlicher Bildung heute
Immer öfter hören wir davon: Grundschulkinder in Deutschland können von Jahr zu Jahr schlechter lesen, schreiben und rechnen. Besorgniserregend – nicht nur für Eltern und Lehrer – und mit gravierenden Folgen für ihren weiteren Bildungsweg.
Der Trend zur außerfamiliären Kinderbetreuung
Wir kennen auch den gegenwärtigen Trend: Immer mehr Eltern lassen ihre Kleinkinder – bereits Babys – außerfamiliär betreuen. Sie haben ihre Gründe dafür und ihre Entscheidung ist zu respektieren.
Die in außerfamiliäre Kinderbetreuung gegebenen Kleinkinder verbringen teilweise bis zu 8-10 Stunden am Tag in einer Kita. Das ist ein langer „Ausbildungstag“ in der allerersten „Bildungsstation“ des Kindes, nicht wahr?
Fehlendes Bildungsprogramm in Kitas
Doch während meiner mehrjährigen Kita-Tätigkeit habe ich gerade eines schmerzlich vermisst: ein täglich stattfindendes Bildungsprogramm.
Die Bedeutung der ersten fünf Lebensjahre
Die ersten Lebensjahre der Kinder vergingen. Und sie sind so entscheidend…
- Fundamentale Entwicklungsphase. Die ersten fünf Lebensjahre sind fundamental: die sensible Phase und das wichtigste Zeitfenster für die Entwicklung grundlegender motorischer, kommunikativer, sprachlicher und sozial-emotionaler Fähigkeiten.
- Lernfreudige Phase. Die ersten fünf Kindheitsjahre sind außerdem phänomenal und sensationell: die Kleinkinder lernen im frühen Alter aus eigener Motivation und mit Freude so schnell, so viel, und so nachhaltig wie nie mehr später in ihrem Leben.
Warum fehlen tägliche frühkindliche Entwicklungsförderungsangebote in der Kita?
Warum erleben die kleinen neugierigen Forscher und Entdecker in der deutschen Kita nicht täglich professionelle frühkindliche Bildungsangebote, die diesen Namen auch wirklich verdienen?
Das war und ist mein Anspruch an familienergänzende Kita-Bildungsarbeit; meine professionelle Erwartung und Forderung an mich selbst als Vorschulpädagogin. Ich weiss, es gibt Eltern und Kita-Fachkräfte, die das ähnlich sehen…
Die „Illusion“ des selbstbestimmten Lernens
Aber die meisten Kita-Kinder spielen den ganzen Tag „frei“ vor sich hin und sollen dadurch selbstbestimmt lernen und sich schulrelevante Vorläuferkompetenzen aneignen?!
Wer lernt ein Musikinstrument, ein Handwerk, eine Sportart oder eine Profession ohne Übung, gezieltes Training und regelmäßige Wiederholung, wenn er oder sie eine gute Leistung erbringen möchte?
Wie sollen Kleinkinder ohne regelmäßige strukturierte Übungseinheiten „Progress“ machen, schulrelevante Vorläuferkompetenzen erwerben und für den Schulstart kognitiv und sozial-emotional vorbereitet sein? Durch „Big Magic“ oder eine plötzliche superschnelle „Transformation“ beim Schulstart?
Diese Logik passt nicht zusammen. Wie ist das für Dich als Elternteil oder als Kita-Fachkraft?
Der Wert eines strukturierten Kita-Lernprogramms
Warum also Kleinkinder in der Kita auf die Schule vorbereiten?
Ich glaube fest daran, dass ein täglich stattfindendes Kita-Bildungsprogramm
- sowohl eine zusätzliche Entwicklungsförderung
- als auch eine präventive Maßnahme für Kita-Kinder sein kann.
Mein Verständnis von familienunterstützender frühkindlicher Bildung in einer Kita
Die Implementierung eines Lehr- und Lerncurriculums für die frühen Kindheitsjahre wäre eine Entwicklungsförderung für alle Kids. So dass auch Kinder mit unterschiedlichen familiären und kulturellen Voraussetzungen den Übergang von der Kita in die Schule zuversichtlich meistern können.
Damit Kinder unterschiedlichen Temperaments, Lerntyps und kulturellen Hintergrunds den großen Schritt gut meistern und sich im deutschen Schulsystem auch angemessen zurechtfinden können.
Die Kita Jahre sind die beste Gelegenheit, um frühkindliche Bildungsprozesse anzuregen. Zumal Kleinkinder in der Regel erfreut und begeistert sind, wenn sie von außen achtsam gesetzte Lernimpulse erhalten. Kinder mögen es, sich als „groß“ zu erleben, etwas ohne Angst und zeitlichen Druck zu lernen und schaffen zu können. All das stärkt sie und fördert auch ihr Selbstvertrauen.
Ich stelle mir auch die Erleichterung und den Seelenfrieden von Eltern unterschiedlicher soziokultureller Herkunft vor, die ihre Kinder ganztägig in einer Kita betreuen lassen. Wenn Eltern wüssten: in der Kita bekommt mein Kind mehr als nur Beaufsichtigung und Betreuung. Es erlebt ein familienergänzendes und familienunterstützendes Bildungsprogramm, das auf die Stärkung schulrelevanter Vorläuferkompetenzen abzielt und mein Kind für den Übergang in die Schule vorbereitet. Das wäre toll für Eltern, oder etwa nicht?!
Schlußgedanken
Ich glaube fest daran, dass die außerfamiliäre frühkindliche Bildung eine Kraft für Gutes sein kann und soll; eine Kraft, die einen positiven Einfluss auf die Jüngsten ausüben kann. Denn sie werden uns nachfolgen und werden die kreativen Gestalter, Denker und Erfinder der Welt von morgen sein.
Und so entwickelte sich allmählich eine Idee…
Als Pädagogin erfüllt es mich mit Freude, Kindern und ihren Eltern zu dienen. Diese Freude am Dienen sowie das Bedürfnis, Unterstützung anzubieten und Dinge mit anderen zu teilen, haben mich dazu inspiriert, ein frühkindliches Bildungsformat ins Leben zu rufen: ein Lernprogramm für Kinder von 1,5 bis 5 Jahren in Saarbrücken.
Weil gerade die Kleinkinder neugierig, wissenshungrig und lernbegeistert sind. Und sie benötigen mehr als nur die tägliche Betreuung, Aufsicht, körperliche Pflege und Verpflegung. Kinder brauchen und verdienen freudvolle Lernabenteuer.
Fühl Dich als Mama oder Papa willkommen bei meinem Happinest. Und lass Dein Kind am Lernspaß teilhaben.



