Der Herbst als Fest für alle Sinne
Ein neu entstehender Bildungsraum – die Herbst-Natur – wartet darauf, erkundet zu werden. Der beste Spielplatz, den wir uns für Kleinkinder wünschen können. Einmalig erlebbar in diesem frühkindlichen Lebensjahr der kleinen Jungen und Mädchen. Kostenfrei.
Die Natur dient uns als ein lebendiger Lehr- und Lernraum in der frühkindlichen Bildungsarbeit, als reiche Ideenquelle für herbstlich inspirierte Spiel- und Lernaktivitäten.
Erinnerst Du Dich an die kindliche Freude, die wir alle einmal gespürt haben, wenn sich die ersten Herbstblätter in der Luft drehten?
Wie viele wunderbare Schätze oben in der Luft fliegen oder von oben herabfallen und den Boden mit einem prächtigen Teppich aus Spielmaterial bedecken…
Kostbares Spiel- und Lernmaterial, kostenfrei vom Herbst gebracht. Vielfältig. In und durch Bewegung draußen erlebbar. Sinnesschulend. Eine ganzheitliche Sinnes- und Entwicklungsförderung ist im Bildungsraum Natur gegeben.
Gefundene Naturschätze – bunte Blätter, Kastanien, Nüsse, Steinchen, Stöckchen, Eicheln usw. – werden zu wertvollen Fundstücken in den Taschen von Kleinkindern. Echte Glücksbringer, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern von kleinen Händen angefasst, gesammelt, geworfen, getragen, versteckt, für Experimentier- oder Gestaltungsspiele verwendet werden können.
Ob es der Duft von frischen Kastanien, Früchten, Herbstblumen oder Regen ist, die Berührung eines Blattes oder von Baumrinde auf der Haut, herbstliche Melodien, Klänge und die Geräusche unter den Füßen – all das fördert die Sinneswahrnehmung und das seelische Wohlbefinden der Kleinen.
Jeder Schritt durch raschelndes Laub oder nassen Boden ist ein kleines Bildungsabenteuer, das die noch ungetrübte Sinneswahrnehmung der Kinder erfreut, schult und ihre Fantasie beflügelt.
Selbst wenn der Herbstregen die Erde „küsst“, gibt es keinen Grund zur schlechten Laune. Graue und ungemütliche Tage bergen lauter freudvolle Entdeckungen. Wie Pippi Langstrumpf sagen würde:
„Hört bloß, wie es klatscht, wenn ich gehe“, lachte Pippi. Das Kleid sagte „klatsch, klatsch“, und in den Schuhen sagte es „schwapp, schwapp“. „Das ist wirklich lustig. Ich finde, du solltest das auch ausprobieren“, sagte Pippi zu Annika… (Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren)
Erlebnisse im Herbst regen nicht nur die Sinne und die Fantasie an, sondern fördern auch das kreative Denken, die motorischen und sprachlichen Fähigkeiten von Kleinkindern. Sie bewegen sich, erlernen Balance und ein Körpergefühl.
Und ja, es wird mal nass, mal trocken, mal matschig, mal warm, mal kalt, mal nebelig, mal sonnig. Aber genau das macht den bunten Herbstspaß aus. Ein vielseitiges Bildungsabenteuer, das körperlich-geistige Fitness von Kindern fördert.
Mögen wir Pädagogen (und Eltern) die einmalige Schönheit, aber auch die Vielfalt des zum Greifen nahen Herbstzaubers nicht verpassen. Mögen wir die Freude und die Wunder der Herbstzeit einfangen.
Mögen wir jeden Tag herbstliche Freude und Begeisterung bei den Kindern um uns herum verbreiten, ihre Bewegungsfreude ermutigen, ihre Fantasie beflügeln, ihr kreatives Potenzial fördern. Und dann beobachten, wie sie wachsen, sich entfalten, selbständig und kompetenzstärker werden, ihre Persönlichkeit entwickeln.
Und der Herbst-Wind? Er weht. Und singt sein – mal laut mal leise zu hörendes – „Lied“, während er die Zweige der Bäume wiegt.
Die Blätter rascheln, klatschen, fliegen, fallen, sammeln sich zu Haufen, wirbeln, tanzen, fliegen weiter. Ob sie sich dabei Geschichten vom vergangenen Sommer oder eine Geschichte vom kommenden Winter erzählen?



